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Politiker Speed-Dating
Am
Donnerstag, den 17.09.09, war es mal wieder so weit: Sieben Direktkandidaten zur
Bundestagswahl stellten sich den Fragen der Neuwähler. Das von der SchoCo (SchülerInnen
Organisation Coburg) organisierte Treffen fand diesmal in der CoJe statt. Viele
kannten das System bereits. Da ich allerdings das erste Mal dabei war, war ich s
ehr
gespannt, was mich erwarten würde.
Es ging alles sehr gemütlich los. In lockerer Stimmung wurden von einem SchoCo Moderatoren kurz alle anwesenden Politiker vorgestellt. Von acht zur Wahl stehenden Kandidaten waren sieben erschienen. Selbst Markus Häßler, der Vertreter des Willi-Weise Projekts war vor Ort. Weiterhin waren Tanja Pfister (ÖDP), Uwe Hiksch (Die Linke), Wolfgang Weiß (Die Grünen), Dr. Ulrich Herbert (FDP), Dr. Carl Christian Dressel (SPD) und Dr. h.c. Hans Michelbach (CDU) anwesend und bereit, die Fragen der jungen Wähler zu beantworten. Hierbei bleibt noch zu erwähnen, dass zu Beginn quasi eine Vorentscheidung getroffen wurde. Das heißt jeder bekam einen Zettel, auf dem er ankreuzen sollte, welchen Kandidaten er wählen würde. Dasselbe wurde am Ende der Veranstaltung noch mal durchgeführt, um zu sehen, welcher Politiker bei den Schülern am besten ankam. Dazu aber später mehr.
Nach der Begrüßung teilten wir uns, also die anderen ca. 50 Anwesenden und ich, in sieben Gruppen auf und setzten uns an sieben verschiedene Tische, die jeweils mit Getränken und einem SchoCo Moderatoren ausgestattet waren. Die Aufgabe des Moderators war es, die Gespräche auch bei stockendem Diskussionen aufrecht zu halten. Nachdem sich alle verteilt hatten, ging es los und die Politiker gingen an ihren ersten Tisch.
An den Tisch, an dem ich saß, kam zuerst Markus Häßler vom Willi-Weise Projekt. Auf mich machte er einen sehr netten Eindruck. Er erklärte uns kurz, was das Willi-Weise Projekt - der Name wird von Willen und Weisheit abgeleitet - eigentlich erreichen möchte. Das Hauptziel sei es, der Stimme des Volkes durch Volksabstimmungen und Bürgerbegehren wieder mehr Gehör zu verschaffen. Nach zehn Minuten hörte man dann eine Glocke erklingen. Das bedeutete, dass nun die Kandidaten den Tisch wechseln sollten. Daraufhin kam Tanja Pfister, die ebenfalls noch sehr junge Kandidatin der ÖDP, an unseren Tisch.
Die Gespräche, die wir nunmehr mit den Politikern führen konnten, umrissen im Großen und Ganzen dieselben Themengebiete. Es ging hauptsächlich um die Fragen: Atomkraft Ausstieg ja oder nein? Ist der Afghanistaneinsatz sinnvoll oder nicht? Wie soll sich das Schulsystem entwickeln? Und: Soll es einen Mindestlohn geben und wenn ja wie hoch?
Die meisten Fragen wurden von
den Politikern gut, ausgiebig und vor allem freundlich beantwortet. Am
schwierigsten hatte es allerdings meiner Meinung nach der Vertreter der FDP, Dr.
Ulrich Herbert. Na ja, wie versucht man auch einer
Meute
junger zukunftsorientierter Schüler zu erklären, dass der sofortige Atomausstieg
im Moment wohl noch nicht das Beste sei. Hierfür fand ich jedoch, konnte er
seine Standpunkte gut und verständlich vertreten. Nachdem die Kandidaten ihre
letzte Runde absolviert hatten, fanden wir uns wieder im großen Saal ein, wo
dann erneut eine Abstimmung getroffen wurde und die Kandidaten ihr
Schlussplädoyer halten konnten. Danach wurde das Ergebnis der Wahlen verkündet.
Da bei der ersten Wahl 45 und bei der Endwahl nur noch 38 Stimmen abgegeben wurden, empfand ich das Ergebnis nicht unbedingt als repräsentativ. Es bleibt aber zu erwähnen, dass Dr. Carl Christian Dressel wohl mit fünf Stimmen mehr als am Anfang den meisten Wählerzuwachs zu verzeichnen hatte. Zum Schluss standen die einzelnen Politiker natürlich noch für Einzelgespräche bereit, so dass auch wirklich jeder Antworten auf noch offene Fragen bekommen konnte.
Mir hat dieser Tag bei meiner persönlichen politischen Meinungsbildung sehr geholfen und ich kann nur jedem empfehlen, dieses Angebot zu nutzen und diese Treffen, die zukünftig bestimmt noch öfter stattfinden werden, zu besuchen.
Chris Bauer 12Tb
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